Vereine wegen Führungszeugnis für Jugendbetreuer in Aufruhr

Osthessen (sm/hg) – Für viel Wirbel in den Vereinen der Region sorgt derzeit das Kinderschutzgesetz. Demnach sollen alle Personen, die in irgendeiner Weise mit der Kinder- und Jugendbetreuung zu tun haben, ihrem Verein alle drei Jahre ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Wirklich sinnvoll oder nur mehr Bürokratie? – Wir haben uns bei Vereinsvertretern umgehört.

Der Bundestag hat das Kinderschutzgesetz bereits am 1. Januar 2012 verabschiedet, nachdem immer mehr Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in Vereinen, Schulen und Heimen auftauchten. Dabei gilt die Pflicht, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen, für alle Vereine mit Jugendarbeit. Egal ob Feuerwehr, Fastnachtsverein, Sportverein oder Musikgruppe – alle werden von dieser Maßnahme betroffen sein und das in naher Zukunft. Doch viele sind momentan noch völlig unwissend, allerdings muss jeder Verein mit dem Landkreis und der Stadt oder Gemeinde eine Vereinbarung abschließen. Damit erklärt der Verein, nur Personen einzusetzen, deren Zeugnisse von den Vereinsverantwortlichen geprüft wurden. Die Kosten für die Ausstellung der Zeugnisse trägt der Staat.

„Es ist eine Pflicht, aber wir werden uns keinem Zeitdruck aussetzen“, versicherte Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller, der die Ängste der Vereine sehr wohl verstehen kann. Sicherlich hätte man laut Möller auch anders reagieren können, doch jetzt gelte es, die Vorschriften eben umzusetzen. „Es hätte aber sicherlich Alternativen gegeben“, schränkt Möller ein. Panik machen möchte der Oberbürgermeister ohnehin nicht. In naher Zukunft – noch im März soll damit begonnen werden – werde es erst einmal ausreichend Informationsveranstaltungen geben, um die Vereinsverantwortlichen über die Vorschrift und die geplante Umsetzung zu informieren.