Vertragsamateure werden teurer
Vertragsamateure werden ab Sommer wesentlich teurer
Osthessen (vg/rg) – Fußballfans dürfen gespannt sein, was im Sommer 2011 im Bereich des Amateursports passiert: Nicht nur die Regionalliga-Reform wurde vor wenigen Wochen beim DFB-Bundestag beschlossen. Festgelegt wurden nun auch Änderungen, die Vertragsspieler ab dem 1. Juli 2011 betreffen.
Demnach müssen diese ab Anfang Juli eine Mindestvergütung von 250 Euro pro Monat erhalten. Bislang mussten die Vereine seit mehr als zehn Jahren 150 Euro plus Lohnsteuer-Pauschale etc. zahlen und dies auch lediglich für die ersten drei Monate nachweisen können. Nun besteht die Nachweispflicht für die Abführung von Steuern und der Sozialversicher- ungsbeträge über die gesamte Laufzeit des Vertrages. Die Zahlung an die Berufsgenossenschaft steigen übrigens zu allem Überfluss auch noch in den nächsten vier Jahren progressiv an. Bislang waren die Amateurver- träge für die Clubs teilweise sogar die günstigere Alternative, schließlich fielen somit die Entschädigungszahlungen an den abgebenden Verein weg und die Spieler entgingen einer Sperre.
Nun wird wohl ein Großteil der Vereine, die bislang vermehrt Amateuerver- träge mit ihren Akteuren abgeschlossen hatten, noch einmal genau überle- gen. Beispielsweise bei Gruppenligist SV Neuhof könnte es im Sommer massive Veränderungen geben. Wie der sportliche Leiter Alexander Bär erklärt, hätten aktuell elf Spieler einen Amateurvertrag bis Ende Juni 2011. „Wir werden dann wohl einen Großteil, wenn nicht sogar alle Verträge auflösen müssen, denn wir wären sonst zahlungsunfähig. Ein Spieler würde uns ja dann im Monat schon über 300 Euro kosten“, so die Rechnung. Doch Bär glaubt auch, dass sich durch die Reform das Niveau der Gruppenliga wieder verschlechtert: „Spieler aus höheren Klassen kosten uns hohe Ablösesummen. Beispielsweise einen Samet Degermenci könnten wir uns dann nicht mehr leisten, wir hätten ja 2000 Euro Ablöse für ihn zahlen sollen. Aber die Änderungen haben sicherlich auch ihr Gutes“, erklärt Bär, der die ganzen „Wechselspielchen“ mittlerweile auch leid ist: „Dann kann es nicht mehr vorkommen, dass ein Spieler A mit einem Verein spricht, bei Verein B aber mehr Geld versprochen bekommt und wechselt, da er aber bei B nicht das Versprochene erhält, doch noch zu C wechselt. Es werden Sperren auf die Spieler zukommen, da die Vereine das nicht mehr bezahlen werden“.
Diesen Punkt sieht auch Fliedens Abteilungsleiter Frank Happ als positiv an, allerdings werden auch die Verantwortlichen des Hessenligisten vor Probleme gestellt: „Uns trifft die Erhöhung garantiert, weil viele unserer Spieler eben unterhalb der 250 Euro im Monat liegen. Selbst in den anderen Vereinen der Hessenliga gibt es viele Spieler, die nicht wirklich viel verdienen“. Bei den Buchonen hätte in der ersten Mannschaft laut Happ „nahezu jeder Spieler einen Amateurvertrag“.
Hessenliga-Konkurrent Hünfeld hat dagegen nicht einmal eine Hand voll Vertragsamateure im Team: „Wenn neue Spieler geholt werden, dann läuft das auch über Verträge, aber gerade bei unseren eigenen Jungs geschieht alles auf Vertrauensbasis“, betont Abteilungsleiter Joachim Hess.
Jede Menge ändern wird sich beim Gruppenligisten Borussia Fulda. „Das trifft uns natürlich besonders hart, weil bei uns 18 Vertragsamateure spielen“, so Präsident Jörg Dietz. Alleine für diese 18 Spieler fielen in der nächsten Runde laut dem Club-Chef dann rund 72.000 Euro Kosten an. Das sei so natürlich nicht darstellbar. Die Fuldaer werden somit im Sommer einige Verträge auflösen, über das genaue Vorgehen will sich der Vorstand in den nächsten Monaten klar werden.
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